Klassenkampf von oben – Klassenkampf von unten

Klassenkampf von oben – Klassenkampf von unten

18/07/2026 Aus Von Klassenkampf Stammtisch

Klassenkampf
… von oben | … von unten | Stammtisch


Klassenkampf von oben

Die herrschende Klasse in der BRD – Eigentümer*innen großer Unternehmen, oberes Management und politisches Führungspersonal – sieht ihre wirtschaftliche und politische Vormachtstellung zunehmend unter Druck.
Insbesondere der Aufstieg Chinas sowie dessen Kooperation mit weiteren Ländern des „globalen Südens“ und mit Russland stellen die westliche Vormachtstellung der vergangenen Jahrzehnte in Frage. Da der Kapitalismus auf Konkurrenz beruht, reagieren die Herrschenden der „westlichen“ Staaten mit einer doppelten Strategie: nach außen durch den Versuch, ihre wirtschaftliche und politische Dominanz zu behaupten, nach innen durch einen verschärften Klassenkampf gegen die Lohnabhängigen. Politik, „die Wirtschaft“ (also diejenigen, die über die
Produktionsmittel verfügen, und nicht diejenigen, die die Produktionsmittel bedienen) und wesentliche Teile der Medien übernehmen hierbei unterschiedliche Rollen, verfolgen aber dieselben Klasseninteressen.

Unternehmensvertreter*innen klagen über angeblich unzumutbare Produktionsbedingungen in Deutschland, kündigen dabei Massenentlassungen an und verlangen längere Tages-, Wochen- und Lebensarbeitszeiten. Die Bundesregierung setzt diese Forderungen gesetzlich um. Gleichzeitig forciert sie die Aufrüstung, um die Interessen „der Unternehmen“ (also deren Eigentümer*innen und Profiteur*innen) im internationalen Maßstab zu sichern und durchzusetzen. Statt auf Kooperation mit anderen Staaten wird auf offene Konfrontation gesetzt. So werden Angriffe auf Löhne, Renten und soziale Sicherungssysteme mit Milliardenprogrammen für Aufrüstung und Militarisierung verbunden. Sozialabbau und Aufrüstung sind dabei zwei Seiten derselben Politik.

Die Medien vermitteln den Klassenkampf von oben als „alternativlos“ und im angeblich gemeinsamen nationalen Interesse. Kapitalinteressen erscheinen dadurch als Interessen „der Wirtschaft“ und damit scheinbar als Interessen der gesamten Gesellschaft. Der grundlegende Interessengegensatz zwischen Kapital und Arbeit wird verschleiert. Gleichzeitig werden Narrative verbreitet, die Lohnabhängige entlang von Alter, Staatsangehörigkeit oder Beschäftigungsstatus spalten sollen. So entsteht das Bild, wir säßen alle im selben Boot – obwohl die einen rudern und die anderen auf dem Sonnendeck Cocktails trinken.

Aus diesem Zusammenspiel entstehen die immer gleichen Forderungen als scheinbar voneinander unabhängige Antworten auf unterschiedliche Probleme. Tatsächlich verfolgen sie alle dasselbe Ziel: die Interessen des Kapitals gegen die Interessen der Lohnabhängigen durchzusetzen.

Deshalb dröhnen uns aus allen Rohren ihre klassenkämpferischen Parolen entgegen:

  • „Ihr müsst mehr arbeiten!“
  • „Der Sozialstaat ist zu teuer!“
  • „Alle müssen den Gürtel enger schnallen!“
  • „Unternehmen müssen entlastet werden!“
  • „Hauptsache, der Wirtschaft geht es gut!“
  • „Deutschland muss wettbewerbsfähig bleiben. Deswegen musst auch du kriegstüchtig werden!“

Klassenkampf von unten

Die Folgen des Klassenkampfs von oben treffen uns als Klasse der Lohnabhängigen unmittelbar. Angebliche Sachzwänge sollen rechtfertigen, dass Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich verlängert, Arbeitsplätze abgebaut, Renten gekürzt und allgemein die sozialen Sicherungssysteme abgebaut werden „müssen“. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um politische Entscheidungen. Gleichzeitig werden für Aufrüstung und Militarisierung plötzlich Milliarden bereitgestellt. Deutschland und die Deutschen sollen wieder „kriegstüchtig“ gemacht werden und die Bundeswehr zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ werden. Während für Renten, Krankenhäuser oder Bildung angeblich kein Geld vorhanden ist, scheint es für militärische Zwecke keine finanziellen Grenzen zu geben. Es geht dabei nicht nur gegen die vorgebliche russische Bedrohung, sondern auch um die eigene militärische Vormachtstellung innerhalb Europas.

Für uns als Lohnabhängige bedeuten diese Entwicklungen schlechtere Arbeits- und Lebensbedingungen bis hin dazu, dass wir in den Schützengräben verheizt werden sollen. Militärische Vormachtstellung liegt dabei ebenso wenig in unserem Interesse wie die militärische Dominanz gegenüber Russland.

Unsere Interessen unterscheiden sich grundlegend von den Interessen der herrschenden Klasse. Wir wollen gute Löhne, kürzere und selbstbestimmte Arbeitszeiten sowie soziale Sicherheit. Dazu gehört, dass wir gemeinsam darüber entscheiden, was produziert wird, und auch produzieren, was für die Menschen notwendig und wünschenswert ist – und nicht das, was den größten Profit verspricht. Produktion soll sich an gesellschaftlichen Bedürfnissen orientieren und nicht an den Gewinnerwartungen weniger. Vor allem aber wollen wir nicht auf den Schlachtfeldern für die Profit- und Machtinteressen von einigen Wenigen sterben, sondern wir wollen ein gutes und solidarisches Leben für alle.

Das können wir nur gemeinsam als Klasse gegen diejenigen durchsetzen, die über die Produktionsmittel verfügen. Deshalb dürfen wir uns weder durch angebliche Sachzwänge täuschen noch gegeneinander ausspielen lassen. Was von oben organisiert wird, können wir nur gemeinsam von unten beantworten. Deshalb müssen wir uns organisieren – im Betrieb, im Stadtteil und überall dort, wo wir leben. Nur so können wir die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse grundlegend verändern.

Den Klassenkampf von unten organisieren!
Dort kämpfen, wo das Leben ist!
Für eine solidarische Gesellschaft!


Klassenkampf Stammtisch

Die Bundesregierung fährt Angriff nach Angriff auf soziale Errungenschaften wie den 8-Stunden-Tag, die Rente oder soziale Infrastruktur.

Während die Krise auf unserem Rücken ausgetragen wird, sollen wir stillhalten und verzichten. Dafür rief die Regierung um Merz und Klingbeil den sogenannten Sommer der Reformen aus – gemeint sind damit der Abbau von Daseinsvorsorge und sozialer Kahlschlag für unsere Klasse.

Nicht mit uns!

Aktiv werden gegen Angriffe auf unsere Klasse und unsere Lebensbedingungen! Mit dem Klassenkampf-Stammtisch wollen wir gemeinsam aktiv werden – gegen sozialen Kahlschlag und den Klassenkampf von oben!

Komm vorbei und werde aktiv.
Aktiv werden gegen Angriffe auf unsere Klasse und unsere Lebensbedingungen!

Wir treffen uns am: Montag, 31.08. 19:00 Uhr

Ab Oktober immer am 1. Montag im Monat immer um 19 Uhr:


Grill den Merz – Gemeinsames Grillen am 30.07.