Unsere Gedanken zum Charlottenplatz

Unsere Gedanken zum Charlottenplatz

26/08/2026 Aus Von Frauenkollektiv Stuttgart

Was genau in der Nacht auf den 27.06. am Charlottenplatz passiert ist, wissen wir nicht.

Die Jugendliche hat eingeräumt die Vergewaltigung vorgetäutscht zu haben. Ob sie vielleicht unter Druck gesetzt wurde, sich geschämt hat, Angst bekommen hat, was eine Anzeige alles mit sich bringt oder Ähnliches wird die Öffentlichkeit nicht erfahren.

Worüber wir stattdessen reden müssen…

Fakt ist: Gewalt gegen Frauen hat System und dieser Fall ändert nichts daran.

Eine schnelle Lösung gegen Vergewaltigungen und Femizide wird es nicht geben. Keine Videokameras und keine bessere Beleuchtung halten Täter davon ab patriarchale Gewalt auszuüben. Dann passiert es eben nicht mehr am Charlottenplatz, sondern woanders.

Nicht mal rechtliche Konsequenzen halten Täter davon ab zu vergewaltigen und zu morden. Es muss sich etwas an den Verhältnissen verändern.

Wir müssen über die Ursachen der Abwertung von uns Frauen sprechen. neben den Tätern patriarchaler Gewalt sind auch die sog. Pfleger des Patriarchats zu benennen und in die Verantwortung zu nehmen.

Sei es der Rechtsanwalt bei Gerichtsverhandlungen um sexualisierte gewalt oder Femizide, der durch Nachfragen nach der Kleidung versucht den Betroffenen eine Mitschuld zu geben. Oder aber der Chef im Betrieb, der zur kapitalistischen Ausbeutung noch die sexuelle hinzufügt und für die beförderung Sex erwartet. Oder ein Oberbürgermeister, der frauenfeindliche Bilder auf dem Wasen als Tradition abtut und Frauenhass damit normalisiert.

Sie alle schaffen den Nährboden, auf dem Täter aufwachsen und gedeihen können und sich im Recht sehen Gewalt an Frauen auszuüben, sie zu vergewaltigen und zu morden.