Kein Bock Kanonenfutter zu werden? Schulstreik gegen Wehrpflicht

Kein Bock Kanonenfutter zu werden? Schulstreik gegen Wehrpflicht

02/03/2026 Aus Von organisierte autonomie Stuttgart

Warum es richtig und wichtig ist, den Schulstreik zu unterstützen.

Schüler*innen in ganz Deutschland werden am 5. März auf die Straße statt in die Schule gehen, weil sie sich nicht damit abfinden wollen, als Kanonenfutter oder Reserve für militärische Interessen vorgesehen zu werden. Zum zweiten Mal rufen Schüler*innen aus vielen Städten – auch in Stuttgart – zum Schulstreik gegen Wehrpflicht auf. Beim ersten Streik im Dezember beteiligten sich in Stuttgart knapp 1000 und bundesweit über 55.000 Menschen.

Die Schüler*innen protestieren gegen die Einführung der Wehrpflicht, die einenTeil der umfassenden Militarisierung der Gesellschaft darstellt.

👉 Zunächst sollen alle 18-jährigen Männer verpflichtend einen (und freiwillig auch Frauen) Fragebogen ausfüllen und sich damit einer Vorab-Musterung unterziehen. Dort wird unter anderem abgefragt, ob man bereit sei zur Bundeswehr zu gehen.

👉 Es ist bereits jetzt schon angekündigt, dass wenn sich nicht genügend Menschen finden, die „freiwillig“ zur Bundeswehr gehen, die verpflichtende Wehrpflicht wieder eingeführt wird.

Kriegstüchtig werden für den Frieden?

Die Einführung der Wehrpflicht ist Teil des Vorhabens „kriegstüchtig“ zu werden. Uns wird vorgemacht es gehe dabei darum, uns zu verteidigen und den „Frieden zu sichern“. Doch das ist Augenwischerei! Uns soll glauben gemacht werden, dass Russland einerseits zu schwach wäre die Ukraine zu besiegen und andererseits aber stark genug demnächst auf Berlin zuzumarschieren. Uns wird ein Bedrohungsszenario präsentiert, das Widersprüche enthält und vor allem eines bewirken soll: gesellschaftliche Zustimmung zu Aufrüstung.

Es geht also nicht um Verteidigung. Denn wer kriegstüchtig werden will, wird Krieg führen – und aktuell werden Vorbereitungen genau dafür getroffen.

Worum geht es also? Es geht um Einfluss und Macht. In einer Welt, die sich in einer tiefen Krise neu ordnet, will die BRD wirtschaftlich und militärisch nicht zurückfallen, Profite sichern und ihre Machtposition im globalen Konkurrenzkampf verbessern.

Deshalb richtet die BRD die gesamte Gesellschaft auf den Krieg aus – von der Bildung über das Gesundheitssystem bis weit darüber hinaus. Gleichzeitig setzt sie verstärkt auf die Rüstungsindustrie, um die Wirtschaft kurzfristig anzukurbeln, den eigenen Machtverlust abzufedern und die militärischen Voraussetzungen zu schaffen, die eigene Stellung auch mit Krieg zu sichern.
Nicht zufällig gibt es den Wunsch des Kanzlers Merz zur stärksten regulären Militärmacht Europas zu werden.

Es geht also nicht um Frieden – es geht um Machtinteressen und diese sollen gesichert werden. Und dafür braucht es Kanonenfutter, das mit Hilfe der Wehrpflicht gefunden werden soll.

Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft

Und hier stehen sich die Interessen gegenüber: Die Herrschenden stehen für eine Gesellschaft, in der das Leben von Menschen zu Gunsten ihrer Macht und ihres Profits geopfert wird.

Die Jugend möchte leben undeine Zukunft haben. Aber in den Schützengräben landen nicht die Kinder der Minister*innen und Konzernchefs – sondern die Jugendlichen unserer Klasse.

Diese Interessen sind nicht miteinander vereinbar – nein, sie stehen im Widerspruch.
An der Frage der Wehrpflicht wird dieser Widerspruch besonders deutlich. Umfragen zeigen immer wieder: Nur eine Minderheit ist bereit, für die BRD in den Krieg zu ziehen.

Und genau das wird auch am Schulstreik sichtbar. Der bundesweite Schulstreik-Account brachte es im Nachgang des erstenSchulstreiks gegen die Wehrpflicht mit dem Slogan auf den Punkt: 323 Stimmen für die Wehrpflicht. Über 55.000 dagegen!

Warum uns das alle angeht

Die Wehrpflicht ist dabei kein „Jugendthema“. Sie ist ein Angriff auf uns alle.

Wenn Milliarden in Aufrüstung fließen, fehlt dieses Geld bei Bildung, Pflege, Wohnen und Sozialem. Wenn „Kriegstüchtigkeit“ zur Staatsräson wird, verändert das die gesamte Gesellschaft – von der Schule bis zum Arbeitsplatz.

Daher gilt für Jung und Alt: Wenn Schüler*innen für ihre Teilnahme am Schulstreik mit Bußgeldern bestraft werden, müssen wir kollektiv antworten. Lassen wir sie nicht allein, machen wir diese Angriffe öffentlich und unterstützen wir den Schulstreik solidarisch.

Wenn die Jugend sich weigert, Kanonenfutter zu werden, dann ist es unsere Aufgabe, diesen Widerstand zu unterstützen, Gegeninformation zu leisten und Strukturen gegen Militarisierung aufzubauen.

Verweigert den Kriegsdienst – Unterstützt den Schulstreik

Daher ist es richtig und wichtig, diesen Streik zu unterstützen:

  • weil sich hier junge Menschen gegen Krieg wehren,
  • weil sie ihr Leben in die eigene Hand nehmen und für eine Zukunft kämpfen,
  • und weil Militarisierung nur dann gestoppt werden kann, wenn dieser Widerstand gesellschaftliche Unterstützung erfährt.

In einer Zeit, in der der Krieg immer mehr zur Normalität gemacht werden soll, ist es umso wichtiger den Protest gegen die Verrohung und Militarisierung der Gesellschaft zu unterstützen.

Daher: Kommt zum Schulstreik am 5. März und unterstützt die Proteste gegen die Wehrpflicht: 11:30 Uhr, Schlossplatz

Der Schulstreik ist ein kollektiver Schritt. Die individuelle Kriegsdienstverweigerung ist ein weiterer. Und beides gehört zusammen: öffentlicher Widerstand und persönliche Verweigerung.

Kommt zur Kriegsdienstverweigerungs-Beratung am 10. März um 18 Uhr (und danach immer am 2. Dienstag im Monat von 18-20 Uhr) ins Stadtteilzentrum Gasparitsch.

Außerdem im März: Am 12. März um 19 Uhr organisiert die Revolutionäre Zukunft Stuttgart im Stadtteilzentrum Gasparitsch einen Workshop zur Kriegsdienstverweigerung und warum es neben der individuellen Verweigerung auch kollektiven Protest braucht.

Am 20. März organisiert ebenfalls die Revolutionäre Zukunft Stuttgart um 18 Uhr einen Termin, um die Verweigerungsschreiben gemeinsam zu schreiben.

👉 Verweigert den Kriegsdienst – Unterstützt den Schulstreik!